Stephanus

Gehalten von Gott, ausgerichtet auf Christus

Am Ausgang rechts neben der Tür, steht eine aus holzgeschnitzte Skulptur. Es ist Stephanus. Geschnitzt und gestaltet wurde er vom Künstler Adam Huba aus Lorsch. Gestiftet wurde er von einem Ehepaar aus der Gemeinde.

Wer war eigentlich Stephanus? Stephanus, der als erster Märtyrer wegen seines christlichen Glaubens gesteinigt und getötet wurde. Stephanus, berufen als einer der sieben Diakone, die sich um die Versorgung der griechisch sprechenden Witwen in der Jerusalemer Gemeinde kümmern sollte.

Es gab wohl schon in der allerersten Christengemeinde Auseinandersetzungen. Die einen sprachen griechisch, die andern aramäisch. Die Aramäisch-Sprechenden versorgten ihre Witwen, weil das jüdische Gesetz es so vorschrieb. Die griechisch-sprechenden Witwen aber wurden von ihnen nicht versorgt.


So beriefen die zwölf Apostel weitere Männer in ihre Mitte, die hier für Gerechtigkeit sorgen sollten. Unter ihnen eben Stephanus. Stephanus aber, voll Gnade und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk.

Das missfällt einigen Leuten in Jerusalem. Sie zetteln eine üble Nachrede an, und Stephanus wird angeklagt. Er soll gesagt haben, dass Jesus die Gesetze des Mose ändern will und dass der Tempel zerstört werden wird. Stephanus nimmt Stellung, indem er einfach die Geschichte des Volkes Israel erzählt, von den Erbvätern Abraham, Isaak und Jakob bis zu Mose, der das Volk aus Ägypten geführt hat. Er macht deutlich, dass die Propheten, die Gott seinem Volk geschickt hat, immer in Frage gestellt wurden. Auch Moses. Das Gesetz Gottes wurde den Israeliten geschenkt, aber gehalten haben sie es nicht.

Die Rede geht den Leuten durchs Herz. Sie bewegt sie. Ich denke, sie sind unschlüssig. Hat Stephanus recht? Zweifel werden wach: Vielleicht ist Jesus doch ein Prophet Gottes und kein Gotteslästerer. Vielleicht ist er ja doch Gottes Sohn, der Gesalbte Messias.

Doch als Stephanus im Heiligen Geist spricht und erzählt, dass er den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen sieht, wird es ihnen zuviel. Sie töten die Zweifel in sich und vollziehen ganz schnell das Urteil über Stephanus. Sie jagen ihn zur Stadt hinaus und steinigen ihn. (Nachzulesen in der Bibel: Apostelgeschichte Kapitel 6 und 7) Inmitten der blutigen Realität ein in sich ruhender heller Fleck. Einer, der selbst im Tode noch sagt: Herr rechne ihnen diese Sünde nicht an. Er stellt sich nicht über seine Richter, wenn er dies sagt, sondern wendet sich ihnen zu, ist ihnen nah. Stephanus zeigt, was es heißt, seine Feinde zu lieben.


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